Isergebirgs Museum Neugablonz

Glas - Schmuck - Industrie

H. Toischer: "Skizze zum Bild"

Ausstellung in der Kleinen Galerie 

22.06.2021 - 06.11.2021

Im Dezember 1977 hielt in der damaligen Gablonzer Galerie erstmals der Phantastische Realismus und Surrealismus in einer Einzelausstellung von Helmut Toischer Einzug. In 2021 soll sich dieses Ereignis nun wiederholen. 

Die kleine, durch die Corona-Pandemie immer wieder verschobene, Ausstellung illustriert den Weg über die Skizze oder Vorplastik zum fertigen phantastischen und/ oder surrealen Kunstwerk. Der Künstler nimmt uns mit auf dem Weg zur finalen Arbeit. Man kann gut nachvollziehen, wie intensiv die Bildaussagen umgesetzt werden und wie hoch der Professionalisierungsgrad seiner Arbeiten geworden ist.

Der 1944 in Grünwald bei Gablonz geborene Autodidakt verkörpert viele Fassetten. Seine Familie kam nach der Vertreibung über Stationen in der DDR und Ebenhofen 1953 nach Neugablonz. Mit 16 Jahren lernte er über einen Freund die Wiener Schule des Phantastischen Realismus und Surrealismus kennen. Beruflich war die Kunstausübung für seine Eltern keine Option, ein gelernter Brotberuf die erste Wahl. Daher arbeitete Helmut Toischer nach seiner Banklehre u.a. als Wirtschaftsassistent und als Werbeleiter. Der Feierabend und die Nachtstunden bleiben für die Kunst reserviert. Mittels stetiger autodidaktischer Studien schärfte er seinen eigenen Stil und fand zusehends überregional Anerkennung. 1968 wurde Helmut Toischer als Mitglied in den Berufsverband Bildender Künstler Schwaben Süd aufgenommen. Sein künstlerisches Schaffen stellt er bis heute auf zahlreichen Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland unter Beweis. Phantasievolle, tiefgründige Buchillustrationen, eigene Künstlerkalender und andere Publikationen entstammen seiner Feder. Seine Kunstfertigkeiten gab er bis 2012 als Dozent an der Kunstschule „Allgäu“ in Kaufbeuren weiter. Im privaten Bereich oder in Malzirkeln bis heute. 2013 erfolgte die Aufnahme ins internationale Lexikon Phantastischer Künstler. Eine Auszeichnung die sein Lebenswerk würdigt.

Seine Arbeiten haben immer ihren Ausgangspunkt in der traditionellen Malerei. Ein Erlernen dieser ist für ihn unabdingbar. Aquarelle, Illusionsmalereien, Lithografien, Radierungen und Zeichnungen die verwendeten Techniken. Aus umfänglichen Studien erfolgt die tiefgründige Abstraktion. Gesichter in Landschaften und Natur zählen zu den bevorzugten Motiven. Aussagen und Gegenstände werden bewußt versteckt und Symbole für die Verschlüsselung verwendet. Zeitkritik ist durchaus beabsichtigt. Oftmals offenbart sich erst auf den dritten und vierten Blick die tiefgründige Bildaussage. Wie ein Buch können seine Werke voll kompositorischer Fülle und technischer Brillanz gelesen werden.

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