Zwischen zwei Heimaten
80 Jahre Neugablonz - 80 Jahre Vertreibung
Filmsoiree des Isergebirgs-Museums in Zusammenarbeit mit der Heimatpflegerin der Sudetendeutschen und dem Kulturreferat für die böhmischen Länder
11. September 2026, Gablonzer Haus, Großer Saal
Der Eintritt ist frei. Zur Teilnahme an der Veranstaltung ist jedoch eine Zählkarte zu erwerben. Diese kann von Dienstag bis Samstag zwischen 13:00 und 17:00 Uhr an der Museumskasse abgeholt werden. Die Bestellung von Zählkarten ist während der Öffnungszeiten des Museums auch telefonisch möglich (08341/ 965 018) oder sonst per eMail an verwaltung@isergebirgs-museum.de .
Programm:
17 Uhr
Der Bauernknecht Alois Pöchmann
Film von Richard Blank (BR 1978, 44 min)
Der Film zeigt das Leben des Bauernknechtes Alois Pöchmann auf einem Hof im Landkreis Illertissen im Unterallgäu. In seinem Dorf ist er der letzte Knecht auf einem Bauernhof. Pöhlmann ist der Sohn von vertriebenen Bauern aus dem Böhmerwald und fing nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft an, als Knecht zu arbeiten: auf dem Hof der Familie Gossner, die im Nebenerwerb noch eine Dorfwirtschaft betreibt. Schon sein Dialekt unterscheidet den Pöchmann Alois von allen anderen in dieser überschaubaren Welt. Wenn er noch einmal auf die Welt käme, sagt er, wäre er selbst gerne Bauer – und nicht nur Knecht.
18 Uhr
Das Licht für die Zukunft
Film von Lenka Ovčáčková (Světlo pro budoucnost, 2025, 58 min)
Ein poetischer Dokumentarfilm über drei 90-jährige Frauen, die von ihren Erfahrungen während und nach der Vertreibung berichten. Elfriede floh 1945 mit ihren Eltern und Geschwistern nach Österreich. Ewa hatte das Glück, mit Mutter, Schwester und Bruder aus dem Brünner Internierungslager nach Bayern zu entkommen. Emmas Familie wurde zwar nicht aus der Tschechoslowakei vertrieben, aber 1948 aus dem Böhmerwald ins Erzgebirge umgesiedelt, wo Vater und Bruder im Uranbergbau arbeiten mussten.
19.15 Uhr
Neugablonz in Altgablonz
Film von Gerhard Losher (BR 1989, 45 min)
Als verantwortlicher Redakteur für „Jetzt red i“ stößt der junge Fernsehjournalist Gerhard Losher eher zufällig auf das Phänomen des „Heimwehtourismus“. Mit der Vertriebenen-problematik bisher unvertraut, entschließt er sich, eine Busreise von Neugablonzern nach Gablonz an der Neiße mit der Kamera zu begleiten. Es ist Frühherbst 1989 und in der Tschechoslowakei herrschen unverändert die bleiernen Verhältnisse des realen Sozialismus. Noch ahnt niemand, dass in wenigen Wochen die Mauer fallen und der Eiserne Vorhang verschwinden wird.
Im Anschluss an die Vorführung Filmgespräch mit dem Autor Gerhard Losher. Moderation: Christina Meinusch, Heimatpflegerin der Sudetendeutschen.





