Isergebirgs Museum Neugablonz

Schicksale. Die Deutschen im Isergebirge nach 1945

Ausstellung vom 10. März - 28. Mai 2017

 

Was geschah nach der Vertreibung der Deutschen aus dem nordböhmischen Isergebirge? Wie erging es den Menschen, die 1945/46 gehen mussten und denen, die bleiben konnten?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Ausstellung „Schicksale. Die Deutschen im Isergebirge nach 1945“. Sie ist Teil eines auf vier Jahre angelegten Gemeinschaftsprojektes des „Kulturverbandes der Deutschen und Freunden der deutschen Kultur“ unter Leitung von Irene Novák und des „Hauses der deutsch-tschechischen Verständigung“ in Reinowitz, das von Petra Laurin geführt wird. Projektpartner auf deutscher Seite ist das Isergebirgs-Museum Neugablonz. Fachliche Unterstützung leistete Dr. Raimund Paleczek vom Sudetendeutschen Institut.

Petra Laurin und Irene Novák entwickelten und gestalteten die Ausstellung gemeinsam mit der heimatverbliebenen Gablonzerin Christa Petrásková. Sie sichteten Tausende von Karteikarten im Bezirksarchiv Gablonz und stellten daraus exemplarische Biografien von Deutschen zusammen. Die individuellen Schicksalsberichte werden ergänzt durch historische Hintergrundinformationen zur Vorgeschichte der Deutschen in Böhmen, die Ereignisse kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sowie das Leben danach, sei es als Heimatvertriebener oder als heimatverbliebener Deutscher in der Tschechoslowakei.

Besonders ausführlich werden die regionalen Sammel-, Vertreibungs-, Arbeits- und Internierungslager von Albrechtsdorf bis Reichenberg beschrieben.

Der erste Teil des Ausstellungsprojektes über die Zeit von 1945 bis 1948 wurde erstmals im Oktober 2015 im Haus der Deutsch-Tschechischen Verständigung präsentiert. Teil zwei, der sich mit den Jahren 1948 bis 1968 befasst, folgte im Januar 2017. Im Isergebirgs-Museum werden nun erstmals beide Ausstellungsteile zusammengeführt.

Die weiteren Etappen des Projektes werden zeitlich und thematisch daran anknüpfen. Teil drei wird die Schicksale der verbliebenen Deutschen während des sogenannten „realen Sozialismus“ vorstellen. Die Kuratorinnen wollen sich hier vor allem auf Entstehen des ersten Vereines der Deutschen, des Kulturverbandes, im Jahre 1969 konzentrieren und konkrete Lebensgeschichten der verbliebenen und vertriebenen Deutschen aus einer Region vergleichen.  Die letzte Etappe wird sich der Zeit nach 1989 und der Gründung der weiteren Verbände der Deutschen bis in die heutige Zeit widmen. 

Die Ausstellungen soll an weiteren Orten in Tschechien, Deutschland und Österreich gezeigt werden, wo Sudetendeutsche aus dem Isergebirge heute leben. In Planung sind außerdem ein Katalog und mehrere Vorträge. Das Projekt wurde durch den Deutsch-tschechischen Zukunfsfonds und das Bundesministerium des Innern gefördert.

 

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